Gekkoukan Arcana 2024/07
- Yuurei

- 20. Juli 2024
- 8 Min. Lesezeit
Ten study tips you have to know before your next exam
Das erste Trimester an der Gekkoukan Highschool neigt sich dem Ende zu, während der Sommer gerade erst so richtig seinen Anfang nimmt—das bedeutet einerseits weitere Examen und andererseits den langersehnten Beginn der Ferien. Zwei Seiten einer Medaille, untrennbar miteinander verbunden und je nachdem, worauf man setzt, kann das eine den Untergang und das andere die Erlösung bedeuten. Nicht lernen und nur Pläne für die unvergesslichsten Sommerferien aller Zeiten schmieden, weil Schulnoten sind flüchtig und Erinnerungen an die Schulzeit halten ewig? Die Examen mit Leichtigkeit hinter sich bringen und dann planlos, einsam und erschöpft in die Ferien starten, weil nach dem ganzen Lernen keine Energie mehr für das Schöne im Leben verblieben ist? Glaubt mir, wir waren alle schon einmal in dieser Position—in den vorangegangenen Wochen erst.
Die einen haben sich vorletzten Sonntag noch schonungslos den Lernstoff auf Lücke reingeballert mit mindestens drei Dosen Kaffee intus, die anderen haben zufrieden ihre Lernzettel ein letztes Mal durchgeblättert und sind früh schlafen gegangen, während die absoluten Drückeberger schon Anfang Juli aufgegeben haben. Jedem das seine, würde ich sagen—aber mal ehrlich, wir müssen reden. Die Ergebnisse, die gestern aushingen, waren einiges, aber definitiv nicht gut. Im Lehrerzimmer wird über den schlechtesten Durchschnitt seit Jahren gemunkelt und das durchweg in allen drei Klassenstufen, Drittklässler brechen en masse in Tränen aus und das ist nun echt nicht der Vibe, mit dem wir in die Ferien starten sollten. Hier habt ihr also zehn Lerntipps (allesamt erprobt und hochfunktional, Quelle trust me bro), damit das im Oktober besser läuft.
1. Früh anfangen—frühe Vögel fangen Würmer, und so. Ich weiß, das klingt erst einmal super basic, aber bewährt sich letztendlich, denn wenn ihr früh genug anfangt, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ihr das Ziel nicht aus den Augen verliert. In anderen Worten: Wenn ihr morgens aufwacht und feststellt, dass übermorgen Examenwoche ist und noch nicht eine Probeaufgabe durchgerechnet habt, dann macht ihr etwas falsch.
2. Alle Fächer lernen—Stichwort rechnen, denn nur weil ihr Mathe hasst, verschwindet es nicht vom Lehrplan. „Hass“ ist ohnehin ein unnötig starkes Wort—wenn die Addition euch im Stich lässt, dann gleicht ihr das durch zusätzliche Subtraktion von Lernaufwand nicht wieder aus. Ihr müsst euren Effort multiplizieren, damit die Klausur euch nicht dividiert (you catching my drift?). Lernt für alle Fächer, und wenn es nur ein bisschen ist, denn am Ende können euch die paar Punkte retten, wenn’s ums Vermeiden der Sommerpaukschule geht.
3. Altklausuren—Lehrer sind unkreativ, das vorweg (especially looking @F****-sensei). Ja, es ist unheimlich schwer, tatsächlich die Examenspapiere der vorherigen Schuljahre aufzutreiben. Aber manche von euren Senpai haben eventuell ein paar der Fragen verinnerlicht, ob nun aus Freude oder Horror—fragt nett und sie werden euch bestimmt nicht im Stich lassen. Gemeinsam stellen wir uns gegen Generationstrauma!
4. Lerngruppen—aber auch nur, wenn ihr erwachsen genug seid, wirklich zu lernen, wenn ihr euch zusammensetzt. Hier sollte kein Platz sein für Tratschen, Kaffeekränzchen und Doomscrollen—hinsetzen, Bücher auf und los geht’s. Bei Fragen kann die Diskussion in der Gruppe weiterhelfen und da jeder seine eigenen Stärken hat, ist es durchaus eine gute Idee, sich gegenseitig schwierige Themen zu erläutern (solange das wie gesagt nicht abdriftet in unrelated topics, mit denen ihr dann nur unnötig einen Tisch in der Bibliothek blockiert).
5. Selbsterhaltung—essen, trinken, schlafen. Das war’s eigentlich schon, und trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass der Großteil aller Schüler*innen vor den Examen auf Basis von Koffein, Fertignudelsuppe und vier Stunden Schlaf lebt (ungesund aber it is what it is, i guess). Ernsthaft, gebt euch Mühe, es nicht so weit kommen zu lassen. Dein Körper ist heilig und so.
6. Handyverbot—geht Hand in Hand mit den beiden vorherigen Tipps. Es ist nicht nur ungesund, sieben Stunden Bildschirmzeit am Tag zu haben und jede freie Sekunde mit Reels zu verbringen, es wird sich auch definitiv negativ auf eure Examen auswirken. Klar, der Großteil ist multiple choice—aber wenn ihr dann mal vor einer Freifeldaufgabe sitzt und euch nur noch die Lyrics zu den letzten drei peinlichen Trends einfallen? „Emergency Paging Dr. Beat“ ist keine valide Antwort. (lease, please, please, don’t bring me to tears when i just did my makeup so nice; heartbreak is one thing, my ego’s another, i beg you, don’t embarrass me...)
7. Fragen stellen—ich weiß, dass das bereits Teil der Tipps für bessere Beteiligung am Unterricht war. Allerdings bewährt es sich auch hinsichtlich der Klausuren—fragt frühzeitig nach, wenn ihr etwas nicht versteht. Wenn ihr schon vor der Aufgabe sitzt und die Zeit tickt, ist es zu spät (und wir alle hassen es bekanntlich, wenn die Lehrkraft hinter einem auftaucht, auf die Antworten schielt und verkündet, dass sich alle doch die Aufgabenstellung noch einmal genau durchlesen sollten).
8. Zusammenfassungen schreiben—und zwar selbstständig. Per Hand. Auf Papier. Wer KI benutzt, um sich die Unterrichtsinhalte zusammenfassen zu lassen, der lernt genau gar nichts dabei, sorry not sorry. Awww, Chatty hat dir gesagt, was alles im Unterricht vorkam? In unter fünfhundert Wörtern? Mit bullet points und übertrieben vielen Bindestrichen? Toll, jetzt weißt du, was drankam, ohne überhaupt in deine Unterlagen zu schauen. Und genau dabei bleibt es dann auch, denn du wirst da nicht nochmal reingucken, wirst nichts nachlesen, dich nicht mit den exakten Inhalten vertraut machen, sondern Chatty fragen, ob es dir zu den Themen weitere Zusammenfassungen schreibt. Am Ende sitzt du im Exam und kannst genau nichts, weil da kein Wissen zum Anwenden ist. KI suckt (so viel zu den Kommentatoren, die meine Texte für KI-generiert halten—you wish, nur weil eure Hirnmasse auf einen Teelöffel passt, heißt das nicht, dass andere Menschen nicht nachdenken und sich eloquent ausdrücken können), deswegen macht es selbst.
9. Pausen—regelmäßig und länger als fünf Minuten. Nutzt die Zeit, um Tipp Nummer fünf zu befolgen und nicht, um zu Doomscrollen. Remember, das hatten wir schon—Social Media wird euch nicht glücklicher machen, wenn ihr ohnehin schon gestresst seid. Lernt und ruht in einem gesunden Rhythmus, und schnappt wenn möglich auch mal frische Luft in euren Pausen. Das Hirn braucht Sauerstoff, um zu funktionieren.
10. Realistisch bleiben—ihr könnt die hundert Prozent noch so sehr manifesten, am Ende bleibt’s doch nur bei siebzig. Und das ist fine, denn solange es über neunundfünfzig ist, bleibt ihr vor den Nachklausuren und der Sommerpaukschule verschont—manchmal ist weniger mehr. Das größte Übel zu verhindern ist mehr wert, als euch kaputt zu machen, und kleine Erfolge bauen euch auf lange Sicht mehr auf, als wenn euer übertriebener Erwartungshorizont jedes Mal Salz in die Wunde streut.
Schreibt mir in die Kommentare, welche dieser Tipps ihr euch zu Herzen nehmt und beim nächsten Mal ausprobiert—oder auch, welche ihr schon längst selbst erkannt habt oder zusätzlich vorschlagen würdet (let’s support each other in the comments). Like und subscribe für weniger study tips, denn ich glaube, ich muss das nicht nochmal wiederholen.
That one rich kid
Jetzt, wo das Thema Examen geklärt ist… Ist es eigentlich noch gar nicht vorbei. Reden wir doch zur Abwechslung mal nicht über die Personen, die ihr Leben nicht im Griff haben (wie die traurigen Gestalten, die keinen der Tipps oben vorher kannten und die deswegen die dritte Ferienwoche in der Schule verbringen müssen—wir würden alle nicht mit euch tauschen wollen), sondern über jemanden, der es hat. N***** K****, erstes Jahr, Klasse A, erinnert ihr euch? Hoffnungsträger des Basketballclubs? Erster Platz bei beiden Examen, mit stets exakt hundert Prozent in allen Fächern?
Wenn euch das nichts sagt, dann lasst es mich anders ausdrücken: Schonmal von der Nishii Law Firm gehört? Geführt von den Nishiis, die Einfluss über halb Iwatodai haben. Auf einem Level mit der Kirijo Group heutzutage, nicht aufgrund ihrer weitreichenden Einflussgebiete, sondern aufgrund ihres absoluten Monopols hinsichtlich allem, was mit Recht und Ordnung zu tun hat. Vor Gericht vertreten sie die wichtigen, großen Firmen, und jede noch so populäre Celebrity—wenn in Iwatodai die Kirijo Group die Legislative darstellt und die Polizei die Exekutive repräsentiert, dann nehmen die Nishiis die Judikative für sich ein (wenn ihr in Sozi nicht aufgepasst habt, dann nehmt das hier als Beispiel für die Gewaltenteilung in einer Demokratie lol).
Es ist überflüssig, das nicht anzusprechen, wenn es so offensichtlich ist: N***** K**** besucht die Gekkoukan, und zwar nicht nur aufgrund dem offensichtlichen Reichtum und Einfluss seiner Eltern, sondern auch, weil er das Talent und die Intelligenz für die Spitzenposition besitzt. Nummer eins Nepo-Baby und der größte Streber in einem—das sieht man auch nicht alle Tage, aber wenn schon, dann an der Gekkoukan.
Die Frage ist nur, ob bei so jemandem die Balance gewahrt werden kann, ob es nicht wahrscheinlicher ist, dass hinter all den Erfolgen etwas verborgen liegt, was diese wieder ausgleicht. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, ob nun die seiner Familie, der Lehrkräfte oder seiner Mitschüler*innen—und N***** K**** starrt ausdruckslos zurück. Zumindest das resting bitch face wirkt, als hätte er es sich hart erarbeiten müssen, um seine Gedanken von der ständigen Aufmerksamkeit abzuschirmen.
Cries in Zauberflöte
Weiter geht es mit dem nächsten Talent in den Reihen der aktuellen Schüler*innen an der Gekkoukan: W***** H*****, erstes Jahr, Klasse E. An sich keine Person, die im Unterricht oder auf dem Gang ins Auge fällt, aber gebt ihr eine Violine und sie wird euch an die Wand spielen. Als Tochter einer renommierten Violinistin und eines erfolgreichen Musikdozenten und Dirigenten sollte ihr Erfolg beim Musikwettbewerb auf Regionalebene Ende letzten Monats wenig überraschend sein, wo sie den ersten Platz mit ihrer Soloperformance geholt hat.
Und trotzdem gibt es einen Grund, irritiert zu sein—und das hat mit der Tatsache zu tun, dass sie alleine auf der Bühne stand. Der Musikclub der Gekkoukan ist nun wirklich kein Thema, das besondere Aufmerksamkeit verdient, aber es ist an dieser Stelle wichtig festzuhalten, dass W***** H***** dort beigetreten ist, allerdings in Begleitung—A**** N****, erstes Jahr, und ebenfalls Klasse E. Zufall? Wohl eher nicht, denn nachweislich kennen die beiden sich schon seit ihrer Kindheit, und treten schon immer als Duo auf, sie mit der Violine, er am Piano.
Der Auftritt im Juni markiert das allererste Mal, dass sie alleine auf der Bühne stand. Keine Spur von ihrem Begleiter, auch nicht im Publikum—und das, obwohl ihnen beiden dieselbe rosige Zukunft zugesichert war, bei dem musikalischen Talent, das sie vorzuweisen haben. Ich habe an der Stelle ein bisschen nachgebohrt, wobei ich auf den wahren Grund für seine Abwesenheit gestoßen bin (und i mean, in Zeiten vom Thanatos Syndrome ist keine Sorge unbegründet, wenn ein Name plötzlich aus dem Programm verschwindet)… A**** N**** war den halben Mai und beinahe den gesamten Juni ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er sich beim Proben schwer am Arm verletzt hat.
Mysteriös, oder findet ihr nicht?
Und es klingt außerdem nach jeder Menge Drama, so wie mit den Umständen unter der Decke gehalten wird. Das Duo scheint Geschichte zu sein—trotzdem glaube ich, dass diese noch nicht zu Ende geschrieben ist.
It's sunburn season
Damit wird es langsam wirklich Zeit, die Schüler*innen der Gekkoukan in die Sommerferien zu entlassen, wo sie neue Erfahrungen sammeln und neue Einträge in ihre persönlichen Lebensgeschichten setzen werden—aber wenn ihr glaubt, dass ich mir das entgehen lasse, dann habt ihr euch gehörig geschnitten. Die peinlich-schlüpfrigen Beach-Episoden? Die Abende, an denen sich jemand versehentlich mit gekauftem Feuerwerk in Brand setzt? Das Schreinfestival, das eine Mischung aus Modeschau, Fremdscham und Moskitostichen sein wird?
Lasst euch all das nicht entgehen. Lebt es aus. Und was ihr auch tut, vergesst nicht, dass ich zusehe. Passiert etwas Mysteriöses, dann werde ich es euch wissen lassen. Passiert etwas, das absolut cringe-worthy ist, ebenfalls. So ist die Zeit an der Highschool nun einmal—irgendwo zwischen pubertärem Teenagerkram und rätselhaften Todesfällen wird man erwachsen. Und most importantly, vergesst eure Hausaufgaben über die Ferien nicht (scrollt hoch und lest euch Tipp Nummer eins noch einmal durch, wenn ihr jetzt gerade mit den Augen gerollt haben solltet).
xoxo
Der Beitrag für den Juli neigt sich dem Ende zu, und damit wird auch bald der Schlussstrich unter den ersten Trimester an der Gekkoukan gezogen—Gekkoukan Aracan besteht jetzt schon seit drei Monaten. Lust auf mehr? Wir lesen uns dann am 20. August um 23 Uhr wieder. Don’t miss it!