Gekkoukan Arcana 2024/06
- Yuurei

- 20. Juni 2024
- 6 Min. Lesezeit
If you're gonna date, do it right
Es ist Juni, der Sommer naht und somit sucht auch die Regenzeit Iwatodai heim—und an der Gekkoukan liegt Romantik in der Luft (oder vielleicht ist es auch nur der Geruch nasser Turnschuhe). Diesen Monat gab es einige spannende und zum Teil auch peinliche Momente, die mehr als nur deutlich machen, dass die drei Jahre an der Highschool Möglichkeiten zum Experimentieren bieten, und gleichzeitig auch die Zeit sind, in der sich bei vielen Schüler*innen der Frontallappen wahlweise fort- oder zurückentwickelt. Wenn eure Namen in diesem Beitrag fallen, sorry not sorry, und in erster Linie nicht verzagen—ihr habt sowohl die Chance zu Legenden zu werden, als auch als Negativbeispiel zu gelten. Und eigentlich nichts dazwischen.
Zu Anfang sei gesagt, wenn ihr unbedingt in euren Highschooljahren daten müsst, dann tut es doch bitte mit Stil. Ihr seid zu alt für „X hat gesagt er mag Y!“ und auch dieses ständige On-Off macht sich echt nicht gut. Wenn um euch herum jeder das Gefühl hat, gezwungenermaßen an eurem Theater teilzunehmen, dann macht ihr etwas falsch—die Öffentlichkeit ist nicht eure Bühne. Und wenn ihr dem entgeht, dann bitte nicht nur, weil ihr drei Leute gleichzeitig bei Stange haltet—miss me with that bullshit.
Soviel vorweg, es bleibt abzuwarten, wie die Schüler*innen der Gekkoukan abschneiden (Spoiler: that escalated quickly). Im Folgenden präsentiere ich euch, was ich so aufschnappen konnte, rund um die blühende Liebe zwischen den Unterrichtsstunden, in stickigen Sporthallen und überfüllten Korridoren, mit einer gewaltigen Portion Cringe typisch für pubertäre Teenager.
The good
Fangen wir mit den guten Nachrichten an, denn ein paar Pärchen mit Stil gibt es tatsächlich, wenn man genau hinsieht. Das sind diejenigen, die ohne jegliches Drama auskommen, zum Großteil sogar ohne jegliche Publicity—stellt euch vor, manche von euch wollen ihre Beziehung tatsächlich nicht primär zur Schau stellen, weder um andere eifersüchtig zu machen, noch um den Großteil der Schülerschaft daran zu erinnern, was für schrecklich einsame Opfer sie doch sind. Deswegen muss ich hier auch wirklich nicht mehr zu sagen.
Pride and Prejudice—N***** K***** und A***** K*****, beide drittes Jahr, Klasse B, und zufälligerweise Jahrgangsbeste und unterstes Ende des Rankings. Die Gerüchte besagen, dass sie zuerst zu eingebildet war, um überhaupt ein Wort mit ihm zu wechseln, und dass er sie vorläufig als „stinklangweilige Streberin“ eingestuft hat, aber als sie dann ihren Stolz und ihre Vorurteile abgelegt haben, mussten sie wohl feststellen, dass sie wie füreinander gemacht sind. Sie haben regelmäßig study dates in der Bibliothek, bei denen sie ihm mit den Hausaufgaben hilft, und er trägt ihr die Tasche zur Schule, hält jede Tür auf, bevor sie sich auf fünf Meter nähern kann und bringt ihr ein Bento mit, wenn sie vergisst, zu essen—absolut wholesome. Bleibt bitte so.
The Perks of being a Wallflower—W***** H*****, zweites Jahr, Klasse C, und T***** C*****, zweites Jahr, Klasse E, beide Mitglied im Literaturclub. Sie werden immer noch rot, wenn sie einander sehen, stottern sich gegenseitig an, aber teilen jedes Mal einen Schirm, wenn sie bei Regen zusammen nach Hause laufen. Ja, es ist Klischee, ja, sie sind beide awkwarde Nerds, aber hey, Klischees sind cute und auch Nerds haben ein bisschen mehr love verdient. Zumal man sich bei den beiden sicher sein kann, dass sie glücklich werden—die romcom vibes sind da und Rivalen gibt’s keine.
Alice in Wonderland—Y****** K****, zweites Jahr, Klasse B, und K***** S****, drittes Jahr, Klasse D, sind tatsächlich schon seit letztem Jahr zusammen. Warum ich das so hervorhebe? Weil es bis jetzt eigentlich kaum jemand weiß, einfach weil die beiden so absolut unproblematisch sind (meaning: keine überauffälligen Gesten, keine geheimen Stelldichein auf dem Schuldach und besonders keine öffentlichen Kenntnisnahmen). Wenn sie bonden, dann über ihren gemeinsamen Ehrgeiz, was den Sport angeht—eine der besten Schützinnen des Kyuudoclubs und der aktuelle Kapitän des Basketballclubs. Dass sie daten, ist nur offensichtlich, weil sie bei jedem seiner Spiele im Publikum sitzt und er zu jedem ihrer Wettbewerbe kommt, und genau so sollte es auch bleiben, unauffällig, magisch und abseits von der Realität der Gekkoukan, in der alle anderen ihre Liebesleben in den falschen Momenten von Teelöffelgröße zum Elefant im Raum anschwellen lassen.
The bad
Trust me, dieser Abschnitt beinhaltet all den tea, den ihr euch erhofft habt. Plötzlich sind Klischees nicht mehr ganz so niedlich, die Zurückhaltung has left the chat und ich frage mich, warum sie sich das gegenseitig antun—und warum ganz Gekkoukan daran teilhaben muss, wie aus Romantik purer Cringe wird.
Romeo und Juliet—M***** R**, erstes Jahr, Klasse E, und M**** N******, drittes Jahr, Klasse A, wobei die age gap hier das geringste unserer Probleme ist. Die beiden werden dem Standard der verbotenen Liebe in jeglicher Hinsicht gerecht—nur dass leider die ganze Schule Zeuge ihres Hin-und-Hers werden muss. Letzte Woche noch gab es die tränenschwere (ihrerseits) Trennung mitten in der Eingangshalle, als klarwurde, dass unter der Beziehung Noten (ihre) leiden, sodass die Eltern (ihre) von dieser abraten. Gefolgt wurde das ganze von übertriebenen Gesten (seinerseits), bei denen eine Lehrkraft (S****-sensei) jemanden (ihn) davon abhalten musste, aus dem Fenster zu springen. Zugegebenermaßen, es war der erste Stock, direkt unterhalb befand sich Gebüsch und es ist gewissermaßen nachvollziehbar, dass Mathe suizidale Tendenzen begünstigt. Allerdings muss ich auf die Frage, ob das wirklich notwendig war, nur weil R**-san Sportunterricht auf dem Platz hatte, und N******-kun das als geeigneten Moment sah, um ihr erneut seine Liebe zu beteuern (schreiend, den Unterricht unterbrechend, aus dem Fenster kletternd), ganz klar mit nein antworten. Ihr seid peinlich.
Twilight—S*** Y*****, erstes Jahr, Klasse D, und S****** O****, erstes Jahr, Klasse A, haben nichts Besseres zu tun, als zu beweisen, dass ihre wirklich eine schlechtere Lovestory als Twilight ist. Die beiden sind nicht so auffällig wie Romeo und Julia, that’s fore sure, aber die Anzeichen sind da—ihre Social Media Accounts sprechen für sich, wenn man denn so hobbylos ist, sich in seiner Freizeit dorthin zu verirren. Der Beziehungsstatus lässt sich hier ganz einfach anhand ihrer Stories ablesen, mit kryptischen Songlyrics und verwackelten Bildern von allem, was nicht schnell genug oder eben gar nicht flüchten konnte, bevor es zur Kulisse dieser Seifenoper werden konnte. Es ist ein paar Monate zu früh für hoa hoa hoa season, Leute, und ganz ehrlich, keinen von uns interessiert es, ob du gerade sein espresso bist—sucht euch Therapie.
The Summer I Turned Pretty—last and definitely least, N***** A***, zweites Jahr, Klasse A, und D****** J**, zweites Jahr, Klasse F. Vorweg sei gesagt, da lief letztes Jahr bereits etwas, aber sie war ihm dann doch nicht schlank genug. Red flag Nummer eins. Selbstverständlich kam er aber sofort wieder angekrochen, als sie nach den Frühlingsferien plötzlich zehn Kilo leichter war. Red flag Nummer zwei. Und natürlich hat sie ihn zurückgenommen. Red flag Nummer drei. Falls ihr noch nicht wisst, wohin das führt, dann lobe ich eure unschuldige, weltfremde Einstellung—die beiden sind der Inbegriff einer On-Off-Beziehung. Und leider ist es keine solche, die sich im Hintergrund abspielt, sondern in full-on Schlammschlachten mitten im Treppenhaus entlädt, vor versammelter Mannschaft, ohne jegliche Zurückhaltung. Nicht einmal von den Lehrkräften lassen sie sich dabei unterbrechen, wenn es zu klären gilt, wer wen zuerst ein „Schwein“ genannt hat—aus unterschiedlichen Gründen tho.
And the ugly
Wenn ihr dachtet, das ist schon alles gewesen und schlimmer kann es gar nicht mehr werden, dann täuscht ihr euch, und zwar gewaltig. Wir hatten die süßen Couples, die einander unterstützen und sich nicht darum kümmern, was andere von ihnen halten, und wir hatten die Pärchen, bei denen alles schief läuft, die sich selbst als Protagonisten einer abenteuerlichen Romanze sehen und eigentlich allen nur den ick geben. Aber das alles ist nichts gegen diesen Abschnitt.
Es gibt Personen in dieser Welt, die keine Ahnung von der Liebe haben. Es gibt solche, die unfähig sind, dazuzulernen und in ihren Beziehungen ausschließlich Pech haben—in den allermeisten Fällen verdient. Und es gibt solche, die sich wie die abscheulichsten, miesesten Ratten (und das ist eine Beleidigung für alle Ratten lol) benehmen, und trotzdem immer jemanden an ihrer Seite haben. Oder zwei Jemande. Oder mehr.
Mysteriös, oder findet ihr nicht?
Pied Piper of Hamelin—ja, ich rede tatsächlich über dich, I****** T******-kun. Und wenn ich es weiß, dann wissen es bestimmt auch andere, und spätestens mit der Veröffentlichung dieses Posts weiß es beinahe die ganze Schule. Das hier ist deine letzte Warnung, die einzige, die dir gegönnt ist.
Eine Beziehung ist kein Probeabo, bei dem du mehrere vorläufig abschließen kannst, bevor du dich entscheidest, welches die meisten Vorteile birgt. Das muss anders kommuniziert werden, als es „die Liebe meines Lebens“ zu nennen. Wenn es dir jetzt kalt den Rücken runterläuft, dann reicht es immer noch nicht—du solltest mehr als nur Angst haben, dass das rauskommt.
Denk gar nicht daran, die Chats zu löschen. Screenshots existieren. Es ist alles dokumentiert. Du kannst nicht entkommen. Also beende es.
Oder ich beende es für dich. Ich kenne ihre Namen. Alle fünf.
Your choice.
xoxo
Somit erreichen wir das Ende des Beitrags für den Juni. Lust auf mehr? In einem Monat ist es soweit—wir lesen uns am 20. Juli um 23 Uhr wieder. Don’t miss it!